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Dienstag, 14. Mai 2019

Billige Justiz

Unschuldig arm. 
Deutsches Recht ist preiswert

In den USA hat ein Gericht einem Ehepaar zwei Milliarden Dollar Entschädigung zugesprochen, weil die Justiz einen direkten Zusammenhang zwischen einer Krebserkrankung und Glyphosat sieht. Die Gesundheit ist in den Staaten also viel wert. Das Recht übrigens auch. Justizirrtümer können sehr teuer werden. 

In Deutschland ist das anders. Hier zu Lande sind Gesundheit und Recht kaum etwas wert. Wer drei Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen hat, muss froh sein, wenn die Haftentschädigung so hoch ist wie das Gehalt, das der Unschuldige als Beruftstätiger bekommen hätte. Als Hartz-IV-Empfänger müsste man sich schon fast lebenslänglich unschuldig wegsperren lassen, damit die Erben sich wenigstens über die Beerdigungskosten keine Sorgen machen müssen. 

In Hannover ist das noch anders. Da vergisst die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren trotz mehrfacher Erinnerungen meinerseits, erst ein von mir eingeschalteter Anwalt macht die Behörde zwei Jahre später munter, die Staatsanwaltschaft schustert eine Klageschrift zusammen, bevor mein Anwalt meine Akte hat und die Richterin versichert mir schon vor Verhandlungsbeginn, dass ich überhaupt nichts zu befürchten hätte. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft muss schon bei der ersten Nachfrage der Richterin nach den in der Klageschrift aufgeführten Beweismitteln eine Panne einräumen. Es gibt keine Beweismittel.

Nach dem Freispruch wird die Staatsanwaltschaft noch munterer. Sie behauptet gegenüber dem Landgericht in Hildesheim, sie könne meine Schuld einhundertprozentig beweisen. Der widerwillige Richter faltet den Vertreter der Staatsanwaltschaft zusammen, der meine Akte eigenen Angaben zufolge lediglich überflogen hat und sofort einer Einstellung des Verfahrens zustimmt.

Drei Jahre sind um, ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft Hannover ruft erst meine Mutter, dann mich an und verspricht eine Entschädigung, wenn ich ein paar Tage Geduld habe. Danach behauptet die Behörde, bei diesem Anruf müsse ich mich wohl irgendwie getäuscht haben. Eine Entschädigung bekomme ich nicht. Mir fehlen nun wegen Arbeitslosigkeit in dieser Zeit aufgrund fortwährender Verleumdungen, über die ich die Staatsanwaltschaft fortwährend informiert habe, ein paar Rentenjahre-was solls?

Nur ein Wendt

Dienstag, 18. April 2017

Lesesäle fehlen noch

Coverzeichnung
"Tanzende
Bäume":
Monka Schmidt-Rinke
Krimi mit Verbesserungsvorschlag

"Es wundert mich, dass es bei der Staatsanwaltschaft von Hannover noch keine öffentlichen Lesesäle gibt, in denen alle die Akten lesen dürfen. Die immer erst an die Presse weiterleiten zu müssen, ist doch irgendwie umständlich", sagt er und wiegt den dicken Umschlag in seiner Hand. "Außerdem, wer liest denn noch Zeitungen?"

Aus Heinz-Peter Tjaden, "Die Mörderin, die unschuldig ist", ein Fortsetzungskrimi, die ersten beiden Bücher sind bereits erhältlich. Hier klicken

Vielleicht wird dann auch dieser Vermisste wiedergefunden

Zum Autor

Heinz-Peter Tjaden, geboren in Wilhelmshaven, lebt seit drei Jahren wieder in der Region Hannover. Nach dem Abitur hat er in Mainz Volkswirtschaft und Publizistik studiert, er arbeitete für Tageszeitungen, Wochenzeitungen, Fach- und Kulturzeit-schriften, seine erste Erzählung „Insel des Zweifels“ über ein Mädchen, das von einer Sekte psychisch zerstört wird, wurde ein Erfolg, der auch für den Autor überraschend kam, denn diese Erzählung erschien zuerst in einem Selbstverlag. Diese Erzählung wurde sogar verfilmt.

Mit einem schlampigen und teilweise sogar vergessenen Ermittlungsverfahren brachte ihn die Staatsanwaltschaft Hannover ab 2003 um drei Jobs, weil die Schlampereien der Staatsanwaltschaft Verleumdern Vorschub leisteten. Darüber war die Staatsanwaltschaft informiert, kümmerte sich aber nicht darum. Als die Unschuld des Autors auch öffentlich vor Gericht bestätigt wurde, flüchtete sich die Staatsanwaltschaft von Hannover in Lügen, um keine Entschädigung zahlen zu müssen.

Der Autor wich auf das Internet aus und hielt sich mit blogs und mit seinen ironischen Erzählungen, außerdem mit Sachbüchern einigermaßen über Wasser. Kritiker und Schriftsteller spendeten ihm Lob.

Besonders viel Lob brachten ihm neben „Insel des Zweifels“ die Geschichte einer merkwürdigen Flucht nach einer Atomkatas-trophe („Tödliche Wolke“, erhältlich bei Amazon) und die Geschichte eines Spitzbuben, der mit der Leitung einer Sonderkommission betraut wird, ein (veröffentlicht in „Ich packe mein Buch“, ebenfalls erhältlich bei Amazon).

Und dann wären da noch „Zerstreutes Wohnen-Ein Ratgeber für alle ab 70“ und „Wenn Zahlen Streit bekommen“ (ein lustiges Mathe-Bilderbuch für Kinder), die bei Amazon von den Leserinnen und Lesern Bestnoten bekamen und weiter im Programm sind.


Samstag, 15. Februar 2014

Der Fall Edathy (III)

Bundestags-Sprecher bestreitet Behauptung von Jörg Fröhlich

Immer wieder habe ich geschrieben, dass mich der Vorgänger von Jörg Fröhlich als Chef der Staatsanwaltschaft von Hannover belogen hat, bestritten wurde das nicht. Nun gibt es auch die ersten Merkwürdigkeiten im "Fall Edathy". Fröhlich behauptete, das Büro des ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten sei versiegelt worden. Das bestritt jetzt ein Sprecher der Bundestagsverwaltung. Den kenne ich zwar nicht, aber unglaubwürdiger als die Staatsanwaltschaft von Hannover kann dieser Sprecher nicht sein.

Sebastian Edathy hüllt sich derweil auf seinen Facebook-Seiten in Schweigen. Es bleibt bei seiner Erklärung, dass er nie kinderpornografisches Material besessen oder sich verschafft habe. Das behauptet auch Fröhlich nicht , der sich allerdings in dunklen Andeutungen ergeht, Edathy könne gewarnt worden sein. Solche Äußerungen hat er als Chef der Staatsanwaltschaft von Hannover eigentlich zu unterlassen, denn der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete gilt nach deutschem Recht immer noch als unschuldig - und einem Unschuldigen darf nichts unterstellt werden. Doch deutsches Recht ist der Staatsanwaltschaft von Hannover auch in anderen Fällen weitgehend unbekannt geblieben.

Der Knochen Wulff ist abgenagt - nun soll ein anderer Politiker die Knochen hinhalten? Wenn Edathy wirklich Filme und Fotoserien von nackten Jungen bestellt haben sollte, ist er allenfalls ein Fall für einen guten Psychotherapeuten.

Der Fall Edathy (IV): Wird zum Fall Fröhlich?