Donnerstag, 2. November 2017

Wahrer Experte

Irre Klinik.
Warum sollte Psychiatern ein Irrer auffallen?

In der psychiatrischen Abteilung dieser Klinik fällt ein Irrer möglicherweise nur auf, wenn er eine Zahnbürste hinter sich her zieht und behauptet, er sei mit seinem Hund unterwegs. Aber sicher ist die Enttarnung auch dann wohl nicht. Vielleicht wird er vom Klinikleiter nur ermahnt, regelmäßig die Hundesteuer zu entrichten. Die beträgt seit dem 1. Januar 2015 in der ostfriesischen Stadt Norden 72 Euro jährlich für die erste und 104 Euro jährlich für die Ersatzzahnbürste.

Henry T., der 15 Monate lang als Arzt beschäftigt wurde, ist der Staatsanwaltschaft Hannover aber nicht etwa wegen Steuerbetruges aufgefallen, sondern wegen Urkundenfälschung. Die Krankheiten des 38-Jährigen waren echt, seine Papiere von einer ukrainischen Universität sind es nicht. Die Erkrankungen waren eher harmloser Natur und dergestalt, wie sie fast jeder Arzt in Norden hat: akute Psychose und paranoide Schizophrenie.

Eine gewisse heilsame Wirkung entfaltete das Monatsgehalt des 38-Jährigen: Mit 4300 Euro im Monat lässt sich schon so manches vortäuschen. Meint auch der Klinik-Chef, der allen Patientinnen und Patienten versichert, dass Henry T. kein Einzelfall bleiben muss: "Es ist unmöglich, sich vor solchen Täuschungen zu schützen." 

Die Eingangsthese dürfte also stimmen: Ein Irrer fällt in der psychiatrischen Abteilung dieser Klinik nur auf, wenn er es darauf anlegt. Das gilt aber nur für wahre Experten...

Mittwoch, 26. Juli 2017

"Einschüchterungsversuch"

Staatsanwaltschaft Hannover in schlechtem Licht

Hannover. Scharfe Kritik an den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover wegen Geheimnisverrats übt der Landesverband Niedersachsen im Deutschen Journalisten-Verband (DJV). „Wer Journalisten vorlädt, die über den Untersuchungsausschuss zu Polizeipannen bei der Bekämpfung islamistischen Terrors berichten, gefährdet den  Informantenschutz und damit einen Grundpfeiler der Pressefreiheit“, sagt Landesverbandsvorsitzender Dr. Frank Rieger.

Wenn ausgerechnet am „Tag der Pressefreiheit“ bekannt werde, dass niedersächsische Journalisten unter Androhung von Ordnungsgeldern vorgeladen werden, so werfe dies ein schlechtes Licht auf die Arbeit der Staatsanwaltschaft Hannover, erklärt Rieger und fügt hinzu: „Kritischer Journalismus ist kein Verbrechen, sondern eine Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie“. Während in anderen Ländern Journalistinnen und Journalisten von staatlichen Stellen verfolgt werden, müsse man in Deutschland leider feststellen, dass die Zahl der Angriffe auf Journalisten aus vielen Teilen der Gesellschaft zunehme.

Der DJV unterstützt alle Journalisten, die Aussagen mit Verweis auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht und den Informantenschutz abgelehnt haben.  „Für Einschüchterungsversuche ist in Deutschland kein Platz“, so Rieger.

Dienstag, 13. Juni 2017

Erst mein Krimi

Neue Presse Hannover 13. 6. 17
Dann dieser Fall aus Hildesheim

Natürlich hat die "Neue Presse Hannover" recht, wenn sie diesen Justizirrtum verfilmt sehen möchte, aber bitte nicht vordrängeln. In meinem Krimi "Die Mörderin, die unschuldig ist" habe ich bereits eine ähnliche Geschichte erfunden - dass sie kurze Zeit später von der Staatsanwaltschaft in Hildesheim nachgeahmt werden würde, konnte ich wohl kaum ahnen. Mit so was rechnet man als Autor doch nicht.

Der Klick zu meinem Krimi